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03.02.2019

Vom Judaskuss bis zu Herkules mit Keule - Wertvolle Schenkung von Karl Schuhmann an die Stadt Ansbach

Es ist eine bedeutsame und bemerkenswerte Spende, die Oberbürgermeisterin Carda Seidel nun im Markgrafenmuseum offiziell entgegennehmen durfte. 58 Elfenbein- und Majolikaobjekte übergab der Privatsammler Karl F. Schuhmann aus seinem Eigentum an die Stadt Ansbach. Die Kunstgegenstände sind zu-nächst im Markgrafenmuseum und nach Fertigstellung im Museum des Retti-Palais zu sehen.

„Ich freue mich über diese großzügige Spende und bin stolz, dass wir diese wertvolle Sammlung erhalten. Wir werden dieser die Sorgfalt und Aufmerksamkeit zukommen lassen, die sie verdient“, betonte Oberbürgermeisterin Seidel im Beisein des Spenders. Der Stadtrat hatte im Juli 2018 bereits der Schenkung unter Auflagen zugestimmt, so dass nach Erfüllung der Formalien der Eigentumsübergang bereits vollzogen werden konnte. Unter den Gegenständen finden sich Majoliken, bemalte, zinnglasierte italienische Keramik, aus dem 18. Jahrhundert sowie Elfenbeinkunst aus dem 14. und vorwiegend aus dem 16. Jahrhundert. Schuhmann präsentierte zur offiziellen Übergabe einige seiner Lieblingsstücke, darunter die Elfenbeinstatue „Herkules mit Keule“, hergestellt um 1660 von dem in Flachslanden geborenen Künstler Georg Pfründt, sowie einen Elfenbein-Buchdeckel aus dem 14. Jahrhundert und zwei Majolika-Teller, „Judaskuss“ und „Ruinenlandschaft“, aus dem 18. Jahrhundert. Wie der Privatsammler betonte, habe die Stadt Ansbach gerade deshalb den Zuschlag bekommen, da er unbedingt wolle, dass die Sammlung als Ganzes erhalten bleibe. Unter anderem habe er dafür dem Bayerischen Nationalmuseum eine Ab-sage erteilt, so Schuhmann. Die Sammlung werde zunächst in einer Ausstellung im Markgrafenmuseum erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert, so Stadtarchivar und Museumsleiter Dr. Wolfgang Reddig. Von Mitte April bis voraussichtlich Mitte August wird die Ausstellung „Götter und Heilige - Schätze aus Elfenbein“ im Markgrafenmuseum zu sehen sein. Für das zukünftige Museum im Retti-Palais, das durch einen Leihvertrag mit der Stadt Ansbach die Sammlung ebenfalls ausstellen wird, sprach Dr. Christian Schoen von einem „historischen Tag für Ansbach“ und betonte die Eigenleistung in Sachen Sicherheit und Darstellung, die das Retti-Palais unternehmen wird, um die Elfenbein- und Majolikasammlung in „fulminanter Weise“ zu präsentieren.