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17.07.2025

»80 Jahre danach«: Abschlussveranstaltung zum Kunstprojekt »Verkehrsschilder der Gerechtigkeit« und Gedenken an Robert Limpert

Am Dienstag wurde in Ansbach ein bedeutungsvoller Gedenktag begangen. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „80 Jahre danach“ erinnerte die Stadt gemeinsam mit Kirchen, dem Gymnasium Carolinum und der Robert-Limpert-Schule an den 100. Geburtstag des jungen Widerstandskämpfers Robert Limpert, der sich mutig gegen das NS-Regime stellte. In einem Akt des Widerstands durchtrennte er Telefondrähte, um die Zerstörung seiner Heimatstadt zu verhindern – ein Zeichen für Zivilcourage, das bis heute nachwirkt. Zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde er dann am 18. April 1945 kurz vor Einmarsch der US-Armee.

Am Vormittag wurde die Abschlussveranstaltung des Projekts „Verkehrsschilder der Gerechtigkeit“ des Künstlers Johannes Volkmann gefeiert. Hierbei schmückte das „Europäische Tischtuch“ ab 11 Uhr den Martin-Luther-Platz über eine Länge von 30 Metern. Die Ausstellung präsentierte vielfältige europäische Projekte und Orte der Begegnung und lud zum Austausch ein. Zu Beginn begrüßte Oberbürgermeister Thomas Deffner alle Anwesenden und übergab dann nach und nach den Vertretungen der Schulen das Wort, die sich mit einer eigenen Initiative an den „Verkehrsschildern der Gerechtigkeit“ beteiligt haben – das Carolinum, die Robert-Limpert-Berufsschule und die Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule Sonderpädagogisches Förderzentrum Ansbach. Als Ergänzung stellten die Gleichstellungsstelle der Stadt Ansbach und der Integrationsbeirat einige ihrer Projekte vor.

Am Nachmittag gelegt der Erzbischof von Bamberg Herwig Gössl in einer Gedenkstunde einen Kranz am Grab von Robert Limpert am Stadtfriedhof nieder. An der Gedenkstunde war neben der katholischen Kirche auch die Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranken sowie die Stadt Ansbach. Oberbürgermeister Deffner erinnerte an die steigenden antisemitischen Anschläge und Straftaten, deren Anzahl seit dem Angriff der Hamas auf Israel stark angestiegen sind und zitierte Dr. Ulrich Maly, ehemaliger Oberbürgermeister von Nürnberg und ehemaliger Vorsitzender der Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranken e.V., „wir müssen uns die anschauen, die es gewagt haben. Eher nicht, um aus der Geschichte zu lernen – so simpel funktioniert das nicht. Vielleicht eher im Sinne einer Schutzimpfung, einer Immunisierung gegen das Böse, das Menschenfeindliche.“ Schaut man heute, fünf Jahre nachdem dies Maly sagte, die Nachrichten, wird klar, wie notwendig ein solcher Schutz ist und dass wir die Erinnerung wachhalten müssen, so Deffner. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von Johannes Stürmer.

Ebenfalls an Robert Limpert gedacht wurde im Rahmen der ökumenischen Andacht zum Gumbertustag mit dem Erzbischof von Bamberg Herwig Gössl und der Regionalbischöfin Gisela Bornowski in St. Gumbertus. Zum Abschluss des Tages fand am „Europäischen Tischtuch“ ein gemeinsames Essen auf dem Martin-Luther-Platz statt.